„Antisemitismus in der AfD”: Stefan Dietl aus Su-Ro schreibt Buch gegen Geschichtsverfälschung | Amberg24

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Stefan Dietl aus Sulzbach-Rosenberg mit seinem neuen Buch „Antisemitismus und die AfD”.  (Bild: Petra Hartl)
Stefan Dietl aus Sulzbach-Rosenberg mit seinem neuen Buch „Antisemitismus und die AfD”. (Bild: Petra Hartl)
Stefan Dietl aus Sulzbach-Rosenberg mit seinem neuen Buch „Antisemitismus und die AfD”. (Bild: Petra Hartl)
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Stefan Dietl aus Sulzbach-Rosenberg mit seinem neuen Buch „Antisemitismus und die AfD”. (Bild: Petra Hartl)

„Antisemitismus in der AfD”: Stefan Dietl aus Su-Ro schreibt Buch gegen Geschichtsverfälschung

Stefan Dietl aus Sulzbach-Rosenberg klärt in seinem Buch „Antisemitismus in der AfD” auf, wie die Partei jüdische Milliardäre als angebliche Strippenzieher darstellt und NS-Verbrechen herunterspielt.

Stefan Dietl wollte dieses Buch eigentlich nie schreiben. „Ich habe immer gehofft, dass andere Menschen es schreiben. Das ist aber nicht passiert. Dann musste ich es halt selber machen”, sagt er im Gespräch mit Oberpfalz Medien. Seit sechs Jahren beschäftigt er sich mit Antisemitismus in der AfD. Ihm fiel auf: Die Partei gibt sich israelfreundlich, doch ihre Aussagen und Taten erzählen eine andere Geschichte.

Der Anschlag von Halle – für Dietl ein Weckruf

2019 versuchte ein Rechtsextremer, an Jom Kippur eine Synagoge in Halle zu stürmen. Drinnen feierten 68 Jüdinnen und Juden. Die Tür hielt. Stattdessen erschoss der Täter zwei Unbeteiligte. Die AfD versuchte, die Tat als Amoklauf darzustellen – obwohl es ein klarer Terroranschlag war. Für Dietl aus Sulzbach-Rosenberg ein Wendepunkt: Er wollte aufklären.

Wie die AfD die NS-Zeit umdeutet

Laut Dietl ist Geschichtsverfälschung eine der häufigsten Formen des Antisemitismus in der AfD. Die Partei versucht, die NS-Verbrechen herunterzuspielen. Alexander Gauland nannte die NS-Zeit einen „Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte”. Ein AfD-Abgeordneter forderte, die Kosten für eine KZ-Gedenkstätte zu prüfen. In Nürnberg sprach sich die AfD gegen ein Schulprojekt zur NS-Zeit aus – weil sich Bürger angeblich „gedemütigt” fühlten.

Verschwörungstheorien & wachsender Antisemitismus

Antisemitismus kommt häufig im Zusammenhang mit Verschwörungstheorien vor. Dietl zeigt, wie die AfD jüdische Milliardäre als angebliche Strippenzieher von Migration oder der Corona-Pandemie darstellt. Seit dem Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 sei Antisemitismus wieder „sagbarer” geworden. In Bayern wurden 2023 über 700 antisemitische Vorfälle gemeldet – über die Hälfte davon nach dem 7. Oktober.

Dietls Botschaft: Klare Kante gegen Antisemitismus

Dietl fordert mehr Einsatz von Politik und Gesellschaft. Oft müssen jüdische Gemeinden ihre Sicherheit selbst finanzieren. In Halle verhinderte am Ende nur eine stabile Tür ein Massaker. „Damit hat die Tür wahrscheinlich mehr gegen Antisemitismus getan als so manche Parlamentsdebatte”, sagt er.
Sein Buch ist ein Weckruf. Dietls Ziel: Aufklärung und eine Gesellschaft, die sich klar gegen Antisemitismus positioniert

Info

Stefan Dietls Buch „Antisemitismus und die AfD”

  • Beschäftigt sich mit verschiedenen antisemitischen Erscheinungsformen in der AfD: Geschichtsrevisionismus, Verschwörungsideologie, israelbezogener Antisemitismus, völkischer Antikapitalismus, Neoliberalismus, christlicher Antisemitismus
  • Ab 23. April bundesweit 30 Lesungen geplant
  • Buchvorstellung in Sulzbach-Rosenberg: Buchhandlung Volkert, Donnerstag, 12. Juni, 19 Uhr

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