Polizei-Statistik: 1.446 Verletzte rund um Fußballspiele | Amberg24

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In der vergangenen Fußball-Saison sind rund um Spiele von Mannschaften der ersten vier Ligen deutschlandweit etwas weniger Menschen verletzt worden als in der Spielzeit zuvor. (Archivbild) (Bild: Harry Langer/dpa)
In der vergangenen Fußball-Saison sind rund um Spiele von Mannschaften der ersten vier Ligen deutschlandweit etwas weniger Menschen verletzt worden als in der Spielzeit zuvor. (Archivbild) (Bild: Harry Langer/dpa)
In der vergangenen Fußball-Saison sind rund um Spiele von Mannschaften der ersten vier Ligen deutschlandweit etwas weniger Menschen verletzt worden als in der Spielzeit zuvor. (Archivbild) (Bild: Harry Langer/dpa)
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In der vergangenen Fußball-Saison sind rund um Spiele von Mannschaften der ersten vier Ligen deutschlandweit etwas weniger Menschen verletzt worden als in der Spielzeit zuvor. (Archivbild) (Bild: Harry Langer/dpa)

Polizei-Statistik: 1.446 Verletzte rund um Fußballspiele

Rund um Spiele der ersten vier Ligen wurden 1.446 Menschen verletzt, darunter viele Unbeteiligte. Die Bundesliga-Macher verweisen auf die Relation zu 21 Millionen Besuchern.

In der vergangenen Fußball-Saison sind rund um Spiele von Mannschaften der ersten vier Ligen deutschlandweit etwas weniger Menschen verletzt worden als in der Spielzeit zuvor. Die Zahl der Verletzten betrug 1.446, wie aus dem neuen Jahresbericht der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) hervorgeht. Darunter 195 Polizisten sowie rund 800 Unbeteiligte. Im vorangegangenen Saison waren es 1.501 Verletzte.

Die bundesweite Zentralstelle, angesiedelt bei der Polizei in Nordrhein-Westfalen, hat für die vergangenen Spielzeit Zahlen von 2.681 Partien ausgewertet. Dazu gehörten die drei Bundesligen, die Regionalliga, DFB-Pokal-Spiele und internationale Begegnungen. Auffallend: 29 Prozent aller Verletzten wurden bei gerade mal 35 Spielen festgestellt, bei denen es jeweils zu größerer Randale gekommen war. 

„Immer wieder kommt es zu unvorhersehbaren Angriffen auf gegnerische Fans beziehungsweise Fangruppierungen, wobei es vielfach um nicht mehr als eine Machtdemonstration und die Markierung des für sich beanspruchten Reviers geht. Hier müssen wir eindeutig zwischen friedlicher und gewalttätiger Fankultur unterscheiden“, sagte ZIS-Leiter Michael Madre.

Viele Verletzte durch Pyrotechnik

Mehr als 120 Verletzte habe es durch Pyrotechnik gegeben. Dazu kommt laut ZIS ein Dunkelfeld an Verletzten, da nicht alle Vorfälle der Polizei angezeigt würden. Die Zentralstelle geht auch davon aus, dass bei weitem nicht alle Vorfälle mit Bengalos als Straftat erfasst werden.

Insgesamt stieg die Anzahl der festgestellten Straftaten in der letzten Saison auf 7.668 Fälle (Vorjahr 7.054). „Ein Großteil der Straftaten sind phänomenspezifische Delikte wie Körperverletzung, Widerstand, tätlicher Angriff auf Polizistinnen und Polizisten, Landfriedensbruch oder Sachbeschädigung“, sagte Madre. 

Auffällig sei, dass bei den 63 Spielen des DFB-Pokals bereits 14 Prozent mehr Straftaten (569) und acht Prozent mehr Verletzte (68) zu verzeichnen seien. Im Pokal gebe es auch auffallend viele Pyrotechnik-Verstöße.

Aus Sicht der Polizei bleibt die Zahl der Stadionverbote zu gering. Es seien mit 669 Verboten zwar mehr als im Vorjahr (593), im Vergleich zu den Tausenden Straftaten sieht die Zentralstelle die Verbote aber „auf einem vergleichbar niedrigem Niveau“. Zumal die Zahl der potenziell gewaltbereiten Fans im Berichtszeitraum bei 17.930 lag (Vorjahr 17.958).

Bundesliga-Macher verweisen auf 21 Millionen Besucher

Ein Sprecher der Bundesliga sagte auf Anfrage: „Gewaltvorfälle sind inakzeptabel und haben nichts mit Fankultur zu tun - jede verletzte Person ist eine zu viel. Zugleich erlebt die überwältigende Mehrheit der 21 Millionen Stadionbesucher der Bundesliga und 2. Bundesliga den Fußball friedlich und sicher.“

Grundlage dafür seien „auch die umfangreichen Investitionen in Präventions- und Sicherheitsmaßnahmen von Liga und Clubs, die zuletzt bei rund 160 Millionen Euro pro Saison lagen. Hinzu kommt der stetige Ausbau der erfolgreichen Stadionallianzen, die auch zu einer Reduktion der Anzahl der im Umfeld von Fußballspielen eingesetzten, polizeilichen Einsatzkräfte führen.“

Der aufwendige Einsatz der Polizei bei Fußballspielen beschäftigt auch NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). Er sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Rund 2,6 Millionen Einsatzstunden zeigen, was unsere Polizei leistet. Aber sie kann nicht jedes Wochenende die Lücken anderer zulaufen.“ Reul mahnte: „Die Vereine müssen an den Eingängen ordentlich kontrollieren, gute Ordnungsdienste einsetzen und Gewalttätern die Rote Karte zeigen.“ Es gebe „klare Aufgaben und verbindliche Absprachen“, so Reul: „Die müssen an jedem Spieltag eingehalten werden.“

© dpa-infocom, dpa:261106-930-954894/1

 
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