Echter Horror an Halloween: Nadeln und Nägel in Süßigkeiten | Amberg24

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Nach dem Gruselspaß kommt der gefährliche Ernst - und Ermittlungen der Polizei.  (Bild: Thomas Warnack/dpa)
Nach dem Gruselspaß kommt der gefährliche Ernst - und Ermittlungen der Polizei. (Bild: Thomas Warnack/dpa)
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Nach dem Gruselspaß kommt der gefährliche Ernst - und Ermittlungen der Polizei. (Bild: Thomas Warnack/dpa)

Echter Horror an Halloween: Nadeln und Nägel in Süßigkeiten

Nägel statt Naschspaß: In ganz Deutschland tauchen nach der Gruselnacht manipulierte Süßigkeiten auf. Ein Kind wird verletzt. Welche Fälle bekannt sind - und wie groß die Gefahr wirklich ist.

Nach Halloween sind in zahlreichen Bundesländern Nadeln, Nägel und andere Metallgegenstände in gesammelten Süßigkeiten entdeckt worden. Im niedersächsischen Bremervörde verletzte sich eine Neunjährige an einer fünf Zentimeter langen Stecknadel in einem Schokoriegel an der Zunge. Andere Kinder blieben - teils trotz Bisses in präparierte Süßigkeiten - unverletzt. Die Polizei meldet immer mehr dieser Fälle.

Vielerorts gehen die Beamten davon aus, dass die Süßigkeiten absichtlich manipuliert wurden - und ermitteln wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung. Die Polizei warnt vor dem Verzehr verdächtiger Süßwaren und ruft Eltern zur Kontrolle der Halloween-Ausbeute auf. Hintergründe und mögliche Zusammenhänge der Taten sind bislang unklar. 

Fälle im ganzen Bundesgebiet - und in Österreich

In zahlreichen Bundesländern wurden Polizeiberichten zufolge Süßigkeiten mit Nadeln, Nägel, Schrauben und anderen Metallteilen manipuliert. Betroffen sind Schokoriegel, Kaubonbons, Weingummi und Waffelschnitten. Fälle wurden etwa gemeldet in Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen, Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen. Selbst in Österreich wurden Funde öffentlich.

Im bayerischen Landshut etwa steckten Schrauben in Kaubonbons und Schokoriegeln. Eine Neunjährige aus Hannover fand in drei einzeln verpackten Süßigkeiten - einem Schokoriegel und zwei Kaubonbons - jeweils eine Nähnadel. In Essen bemerkte ein Vater verdächtige Einstichlöcher in der Verpackung eines Schokoriegels, den sein 13-jähriger Sohn bekommen hatte. Er entdeckte eine spitze Nadel.

„Das ist einfach nur krank!“

In Garbsen bei Hannover meldete eine Frau eine Nähnadel in einem Schokoriegel, den sie nach eigenen Angaben am Freitag bei einem Lebensmittelhändler gekauft hatte. Auch hier sind die Hintergründe unklar. „Das ist einfach nur krank. Wer macht so etwa?“, sagte eine Passantin in Hannover der dpa. „Was sind das für Menschen, was geht in deren Kopf vor?“

Von den Gegenständen kann große Gefahr ausgehen. In den meisten Fällen wurden die Metallteile aber noch rechtzeitig entdeckt. Im pfälzischen Mackenbach etwa bemerkte ein neunjähriger Junge beim Hineinbeißen in eine Fruchtgummistange einen darin steckenden Metallnagel. Er blieb unverletzt. Auch im oberbayerischen Gräfelfing biss ein Neunjähriger in ein Kaubonbon mit einer Nadel. Er spuckte es sofort wieder aus und blieb unverletzt. 

Auf Fehmarn entdeckte eine Elfjährige noch während ihrer Halloween-Tour eine Nähnadel, als sie einen Schokoriegel in zwei Teile brach. Außerdem klagte eine der beiden 11-Jährigen über Übelkeit und Bauchschmerzen, nachdem sie seltsam schmeckende Weingummis probiert hatte. Die andere berichtete von Kopfschmerzen. In Schönberg in Mecklenburg-Vorpommern wurden ebenfalls Nadeln in Schokoriegeln gefunden.

Mutter scannt Süßigkeiten mit Magneten - und wird fündig

In Filderstadt bei Stuttgart meldeten zwei Familien am späten Samstagabend Nadeln in Milch-Haselnuss-Schnitten. Eine Mutter aus der Stadt verfolgte die Berichte über die präparierten Süßigkeiten und scannte die Halloween-Ausbeute ihrer Tochter mit einem Magneten. Sie wurde fündig: In einem verpackten Kaubonbon steckte ebenfalls eine Nähnadel. 

Auch in Thüringen laufen Ermittlungen zu mehreren Funden. In mehreren Orten wurden nach Polizeiangaben drei bis sechs Zentimeter lange Nadeln in Schokoriegeln, Schokowaffeln und Kaubonbons entdeckt. In einem Ort im Landkreis Eichsfeld steckte zudem eine Nadel in einem Apfel. In Umpferstedt im Kreis Weimarer Land fanden elf und zwölf Jahre alte Geschwister Kaubonbons mit Tacker-Nadeln. 

Viele Haustüren, wenige Anhaltspunkte

Ob zwischen den ganzen Fällen in unterschiedlichen Regionen ein Zusammenhang besteht, ist nicht geklärt. Die Herkunft einzelner Süßigkeiten lässt sich nur schwer rekonstruieren: Die Kinder klingen an zahlreichen Haustüren und wissen später nicht mehr, woher welcher Riegel stammt.

Auch in früheren Jahren gab es ähnliche Funde. 2025 entdeckte etwa eine Mutter in Mittelfranken einen zwei Zentimeter langen Nagel in einer Süßigkeit ihrer Tochter. Die aktuelle Häufung von Fällen im Bundesgebiet ist aber sehr auffällig. Inwieweit etwa ein Trend in sozialen Medien dahinterstehen könnte, ist noch völlig unklar. Das Bundeskriminalamt machte zunächst keine Angaben. 

Kontrollieren und mögliche Spuren erhalten

Eltern sollten gesammelte Süßigkeiten vor dem Essen sorgfältig prüfen, rät die Polizei. Warnzeichen sind Einstichstellen, beschädigte Verpackungen oder ein ungewöhnlicher Geruch. Verdächtige Süßigkeiten sollten samt Verpackung aufbewahrt und der Polizei gemeldet werden. „Mögliche Fremdkörper sollten nach Möglichkeit nicht selbst entfernt werden, um vorhandene Spuren zu erhalten“, heißt es etwa von der Polizei Konstanz. 

Besteht der Verdacht, dass ein Kind eine Nadel verschluckt hat, ist sofort ärztliche Hilfe erforderlich: Spitze Gegenstände können schwere innere Verletzungen verursachen. Zugleich warnen die Behörden aber vor Panik. „Nicht jeder Kopfschmerz oder jede Übelkeit muss auf den Verzehr von möglicherweise manipulierten Süßigkeiten zurückzuführen sein“, schreibt etwa die Polizei Bad Segeberg.

© dpa-infocom, dpa:261102-930-931962/1

 
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