Wo Sophia ist, ist Musik: Eine Songwriterin aus Ursensollen | Amberg24

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Sophia Marlis Cordts hat ihren ersten Song auf Spotify veröffentlicht. (Bild: knz)
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Sophia Marlis Cordts hat ihren ersten Song auf Spotify veröffentlicht. (Bild: knz)

Wo Sophia ist, ist Musik: Eine Songwriterin aus Ursensollen

Sophia Marlis Cordts macht Musik, seit sie ein Kind war. Der erste Auftritt als Sängerin war trotzdem eine riesige Herausforderung. Im Gespräch mit Amberg24 erzählt sie von ihren Träumen, ihrem Doppelleben und woher ihre erste Ukulele kam.

Marlis heißt Sophia. Sophia heißt Marlis. Und beide machen sie Musik. Aber sonst sind sie sehr unterschiedlich. „Sophia ist immer dabei. Sie ist lustig, hat gerne Leute um sich. Marlis ist unsicherer und zeigt viele Seiten, die man im Alltag nicht zeigt. Sie ist auf dem Präsentierteller. Irgendwie ist sie nachdenklicher, das trifft es am meisten”, erklärt Sophia Cordts. Marlis ist der Künstlername der 19-Jährigen aus Ursensollen. „Eigentlich wollte ich mich ja Phia nennen, aber auf Spotify gab es schon eine Phia mit 500.000 Hörern”, erklärt sie und lacht.

Marlis hat ihren ersten Song auf Spotify herausgebracht, „morgenstern”. Er geht um Freundschaft, die erste Liebe, was einen eben beschäftigt. Er klingt nach Lea oder Ayliva oder Nina Chuba, von den Vibes her, und von Sophias Stimme. Die ist nämlich ganz besonders. Sophia hat Stimmbandknötchen, deshalb klingt sie rau beim Singen und Sprechen. „Ich habe nie gedacht, dass ich mal singen werde. Weil ich so eine andere Stimme habe”, findet sie. „Ich konnte früher gar nicht singen, das war immer eine Katastrophe. Aber Spaß hat es schon immer gemacht.” Mit 13 oder 14 Jahren bekam sie ihre erste Ukulele – „vom Aldi”. „Darauf habe ich in meinem Zimmer die ganze Zeit gespielt und dazu gesungen.”

Bis zu ihrem ersten Auftritt bei einer Beanery Open Stage hat Sophia noch nie vor Leuten gesungen. „Ich war so nervös, unfassbar”, erinnert sie sich. „Eine halbe Stunde vor dem Auftritt habe ich eine Freundin angerufen und gesagt, ich kann da jetzt nicht auf die Bühne.” Doch nach nur ein paar Sekunden im Scheinwerferlicht merkte Sophia: Da gehört sie hin. „Es hat sich einfach richtig angefühlt.” Und das Gefühl hat sie nicht mehr losgelassen. „Sobald ich den ersten Ton habe, funktioniert alles.”

Große Vorbilder

Musik begleitet Sophia schon ihr ganzes Leben. Seit der dritten Klasse spielt sie Klarinette, hat alle Leistungsabzeichen abgeräumt, in Musik Abi gemacht. Sie spielt außerdem Saxophon, Klavier, Gitarre. „Immer, wo ich war, war Musik.” Schon als Kind hatte sie lieber Musik als Hörbücher auf den Ohren, ihr Musikgeschmack ist breit. „Was höre ich nicht”, sagt sie und lacht. Indie, Deutschrap, Sunrise Avenue, Rosalia, Lorde, Frank Ocean, die Liste ist lang. Besonders ins Herz geschlossen hat sie aber Billie Eilish oder auch Tate McRae. „Das sind die, zu denen ich am meisten aufschaue.” Eine weitere Inspiration ist ihr Youtuberin Grace VanderWaal. „Sie hat mich zum Singen gebracht”, sagt sie heute – Grace hat auch eine ungewöhnlich raue Stimme.

Beim Songwriten lässt sich Sophia von Paula Hartmann oder auch Taylor Swift inspirieren. „Das sind Künstler, die erschaffen Welten.” Selbst schreibt Sophia Songs, seit sie etwa 13 war. „Andere schreiben Tagebücher, ich habe Songs geschrieben.” Erst auf Englisch, das ist einfacher. „Da hat man mehr Distanz.” Außerdem sei Deutsch eine klobige Sprache. „Es ist schwer etwas richtig auszudrücken, ohne dass es zu forward ist”, findet sie. Seit einiger Zeit hat sie aber auch einen Zugang zum Songwriting auf Deutsch.

Neue Kapitel

Inzwischen schreibt Sophia nicht mehr so viel wie früher, sie ist vor kurzem nach München gezogen und in ihrem Leben hat sich einiges getan. „Es ist gerade alles neu und ungewohnt.” Außerdem habe sie inzwischen einen höheren Anspruch an sich selbst. „Es ist schwerer geworden, unbeschwert einfach etwas runterzuschreiben. Ich will mich immer wieder selbst übertreffen.” Dafür möchte sie jetzt anfangen, Produzieren zu lernen, um ihre Musik irgendwann ganz selbst machen zu können.

Hauptberuflich geht es gerade aber in eine ganz andere Richtung, nämlich nach oben: Sophia ist kurz davor, ihre Ausbildung zur Stewardess anzutreten. Die Musik bleibt aber trotzdem. „Ich möchte irgendwann mit der Musik mein Brot verdienen. Mit meinen Liedern durchs Land reisen”, davon träumt Sophia. Die Möglichkeit haben, all ihre Zeit in die Musik zu investieren. Das reicht ihr aber, berühmt möchte sie nicht werden. „Eigentlich bin ich schon erfolgreich, mein Ziel war immer, die Leute zu erreichen. Und das habe ich.” Übrigens: Marlis ist Sophias zweiter Name: „Ich bin adoptiert und meine jetzigen Eltern haben mir den Namen gegeben. Ich finde es schön, dass der jetzt so an erster Stelle stehen kann.”

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