Verleihung 2026: Oberpfalz verliert einen Michelin-Stern | Amberg24

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Auf der Suche nach den besten Adressen sind die Testerinnen und Tester anonym im Einsatz (Bild: Hannes P. Albert/dpa)
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Auf der Suche nach den besten Adressen sind die Testerinnen und Tester anonym im Einsatz (Bild: Hannes P. Albert/dpa)

Verleihung 2026: Oberpfalz verliert einen Michelin-Stern

Das „L.A. Jordan“ in der Pfalz steigt als einziges Restaurant neu in die Drei-Sterne-Liga von Michelin auf. Neueröffnungen in München und Frankfurt räumen auch ab. Die Oberpfalz hat künftig dafür einen Stern weniger.

Applaus, Jubelschreie und strahlende Köche: In Frankfurt sind die neuen Michelin-Sterne an Spitzenküchen in Deutschland verliehen worden. Insgesamt 339 Betriebe können sich in diesem Jahr mit mindestens einem Stern des Gourmetführers „Guide Michelin“ schmücken.

Diese Sterne-Restaurants gibt es in der Oberpfalz

Wie bisher gibt es auch künftig in der Oberpfalz ein Restaurant mit zwei Sternen: „Obendorfers Eisvogel” in Neunburg vorm Wald. Einen einzelnen Stern verteidigen konnten das „Soulfood” (Auerbach), „Cheval Blanc” (Illschwang), „Ontra's Gourmetstude”, „Aska” und „Storstad” (alle Regensburg), „Gourmetstube im Gasthaus Hummel” (Duggendorf) und „Leos by Stephan Brandl” (Bad Kötzting). Nicht mehr mit einem Stern ausgezeichnet wurde 2026 das Restaurant „Roter Hahn” in Regensburg.

Neues Zwei-Sterne-Restaurant in Bayern

In Bayern gibt es künftig ein weiteres Zwei-Sterne-Restaurant. In der neuen Ausgabe des Gourmet-Führers „Guide Michelin“ wurde das vor einem Jahr eröffnete Restaurant „The Cloud by Käfer“ in der BMW-Welt am Münchner Olympiapark auf Anhieb mit zwei Sternen geehrt. Das Restaurant wurde deswegen auch zusätzlich als „Opening of the Year“ ausgezeichnet.

Küchenchef Jens Madsen setze mit dem modernen Konzept „Culinary Nomadism“ neue Akzente, hieß es bei der Bekanntgabe der diesjährigen Sterne-Restaurants in Frankfurt am Main. Das Gastronomieunternehmen Käfer erklärt das Gastrokonzept wie folgt: Madsen kombiniere regionale Produkte mit Aromen aus aller Welt, inspiriert von seiner Reise durch Afrika.

Bei den Drei-Sterne-Restaurants bleibt es in Bayern unverändert, es gibt weiterhin drei davon: In München werden das „Tohru in der Schreiberei“ sowie das „Jan“ in der höchsten Kategorie gelistet, dazu kommt das „Es:senz“ in Grassau im Chiemgau. Bundesweit gibt es zwölf Drei-Sterne-Restaurants.

Mit „The Cloud“ steigt die Zahl der Zwei-Sterne-Häuser mit Spitzenküche auf 14 im Freistaat, 5 davon in der Landeshauptstadt. Die 13 bisherigen Restaurants behalten ihre zwei Sterne. Darunter sind die Nürnberger Betriebe „Essigbrätlein“ und „etz“. In Augsburg lockt unter anderem das „August“ weiterhin mit zwei Sternen, in Berchtesgaden das „Pur“.

Bei den Ein-Sterne-Häusern gibt es in Bayern zwei Neulinge: In Eichstätt wurde das „Staderer“ ausgezeichnet und in Klingenberg am Main das „Cølbo“. Insgesamt hat Bayern nun 63 Ein-Sterne-Restaurants. Dies sind zwei weniger als bisher, denn vier Häusern wurde die Auszeichnung gestrichen. In Burghausen wurde zum Jahreswechsel das „restaurant|271“ geschlossen, auch der „Showroom“ in München, der „Rote Hahn“ in Regensburg sowie „Le Frankenberg“ in Weigenheim verloren den Stern.

Neues Drei-Sterne-Restaurant in Rheinland-Pfalz

Neu in den Olymp der Drei-Sterne-Restaurants wurde einzig das „L.A. Jordan“ in Deidesheim (Rheinland-Pfalz) neu aufgenommen. „Ich bin platt“, sagte Küchenchef Daniel Schimkowitsch auf der Bühne. 

Die Zahl der Drei-Sterne-Restaurants liegt damit weiterhin bei zwölf. Das „Aqua“ in Wolfsburg hatte Anfang des Jahres seine Türen geschlossen, weil Küchenchef Sven Elverfeld sich auf etwas Neues konzentrieren wollte. Die anderen elf Drei-Sterne-Häuser konnten ihre Sterne behalten, wie aus dem neuen Restaurantführer hervorgeht, der Ende Juli erscheinen soll. 

Für die Frankfurter Köche gestaltete sich die Verleihung am Main zu einem erfreulichen Heimspiel: Das „Rausch“ mit Küchenchef Joachim Busch kam direkt von null auf zwei Sterne. Zwei Sterne gingen zudem an Niclas Nussbaumer für das im Dezember neu eröffnete „The Dune“. Des weiteren ergatterte das Restaurant „Lohninger“ seinen ersten Stern. 

Ebenfalls mit zwei Sternen wurde die „Mühle“ in Schluchsee (Baden-Württemberg) geehrt. Er müsse sich nicht kneifen, sagte Küchenchef Fabian Obergfell. Dafür habe er 20 Jahre hart geschuftet. Aber es mache es ihn superstolz, hier zu stehen. 

Zudem vergab Michelin mehrere Sonderpreise:

  • Zur besten Neueröffnung („Opening of the Year Award“) wurde „The Cloud by Käfer“ in München gekürt. Küchenchef Jens Madsen kam auf Anhieb von null auf zwei Sterne.
  • Der „Young Chef Award“ geht Axel Boesen vom „Dopamin“, der zugleich seinen ersten Stern bekam. Das Restaurant in Saarburg (Rheinland-Pfalz) wurde erst im September 2025 eröffnet.
  • Mit dem „Sommelier Award“ wurde Noris F. Conrad vom „Tantris“ in München ausgezeichnet.

Frauenmangel auf Bühne

Auffällig war der Frauenmangel auf der Bühne. So wurden ausschließlich männliche Köche geehrt. Lediglich der „Service Award“ ging an eine Frau - und zwar an Karin Weißer aus dem Restaurant „St. Benedikt“ in Aachen.

Laut Michelin gibt es nun 48 Zwei-Sterne-Restaurants in Deutschland, darunter vier neue, sowie 279 Ein-Stern-Häuser, darunter 20 neue.

Auf der Suche nach den besten Adressen sind die Testerinnen und Tester anonym im Einsatz. Der Vergabe der Sterne liegt ein einheitliches Bewertungssystem zugrunde. Als Kriterien gelten unter anderem die Qualität der Produkte, eine persönliche Note, das Preis-Leistungs-Verhältnis sowie eine auf Dauer gleichbleibende Qualität.

Erste Sterne in Deutschland wurden vor 60 Jahren verliehen

Der kleine rote Reiseführer „Guide Michelin“ sollte vor mehr als 100 Jahren mehr Autofahrer zum Reisen bewegen und so den Absatz der französischen Reifenfirma Michelin ankurbeln. Erstmals erschien er 1910 und enthielt zunächst Karten sowie Tipps für Autofahrer zum Tanken, Reifenwechseln, Essen und Übernachten. In Deutschland gab es 1966 die ersten Michelin-Sterne - vor genau 60 Jahren. 

Neben dem „Guide Michelin“ erscheint auch der Restaurantführer „Gault&Millau“ regelmäßig als wichtiger internationaler Gourmet-Ratgeber. Er vergibt Kochmützen für ausgezeichnete Kochkunst.

© dpa-infocom, dpa:260623-930-271213/1

 
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