Weihnachtlich geschmückte Pick-ups statt Schlitten und Rentiere: In Amberg ist für November eine ungewöhnliche Aktion geplant. Die Organisatoren suchen noch Personen, die ihre Autos für die Veranstaltung bereitstellen.
Leuchtende Rentiere im Garten, Weihnachtsmänner klettern an Fassaden hoch, an Fenstern hängen Sterne, und Lichterketten schlängeln sich über Balkongeländer. Wenn die Adventszeit näher rückt, werden vielerorts Häuser und Gärten festlich geschmückt. Ein beleuchteter Fahrzeugkonvoi aus großen Pick-ups dürfte dabei den wenigsten in den Sinn kommen. Genau das aber haben Victoria Raaymakers und ihr Verlobter Michael Söllner geplant.
Die Aktion ist Teil der Veranstaltung Adventszauber 2026 am 21. November. Eingeladen wurden Menschen mit körperlichen, geistigen und psychischen Beeinträchtigungen, unter anderem aus den Jurawerkstätten Amberg, der Wiro Sulzbach-Rosenberg und dem sozialpsychiatrischen Zentrum der Diakonie Amberg. Geplant sei ein gemeinsamer Nachmittag auf dem Gelände der Jurawerkstätten mit Essen, Getränken, Begegnungen und verschiedenen Aktionen, informiert Raaymakers. Unterstützt werde das Programm unter anderem von den Bavarican Hillbillies, den Amberg Mad Bulldogs und dem ERSC Amberg.
Weil die Veranstaltung auf dem Gelände der Jura-Werkstätte für die Teilnehmenden in einem geschützten Umfeld stattfinden soll, sei das Programm am Nachmittag nicht öffentlich zugänglich, erklärt die 34-Jährige. Gegen 18 Uhr startet dann aber die Fahrt des Lichterzugs in der Innenstadt, und soll nach jetzigem Stand von der Bahnhofstraße zum Malteserplatz führen. Ob es lediglich bei der Route durch die Innenstadt bleibe, stehe allerdings noch nicht fest. Dazu befindet sich Raaymakers derzeit noch mit der Stadt im Austausch. Interessierte sind herzlich eingeladen, sich die festlich geschmückten Fahrzeuge anzusehen, so die Organisatorin.
Die Idee zum Adventszauber 2026 stammt von Michael Söllner. Der 31-Jährige und seine Verlobte sind die Gründer der privaten Interessengemeinschaft German Roughhearts. Was die Gruppe mit rund 40 Mitgliedern verbinde, sei nicht nur die Begeisterung für außergewöhnliche Fahrzeuge, insbesondere amerikanische Autos und Trucks, sondern vor allem die Freude an Gemeinschaft, Freundschaft und gegenseitigem Zusammenhalt, erzählen die beiden bei einem Gespräch mit Oberpfalz-Medien.
Söllner habe oft das Gefühl, dass in der Welt keiner mehr auf den anderen schaue, und durch die German Roughhearts habe er in der Region eine kleine Community aufbauen wollen. „Im Zuge dessen habe ich mir irgendwann mal gedacht, ob man für Leute, die in der Gesellschaft immer so ein bisschen hinten angestellt sind, etwas veranstalten könnte. Dass man die nicht vergisst und einfach mal was zurückgibt.“
Sein Vorschlag fand in der Gruppe großen Anklang und aus der Idee entstand ein konkreter Plan. Innerhalb eines kurzen Zeitraums hätten sich um die 300 Teilnehmer einschließlich ihrer Begleitpersonen gemeldet, erzählt seine Verlobte. „Wir hatten mit 50 oder vielleicht maximal 100 Anmeldungen gerechnet.” Zumal amerikanische Autos eher ein bisschen verrufen seien, ergänzt Söllner. Umso schöner sei es, dass die Veranstaltung von den Leuten angenommen werde.
Für den Umzug stehen aktuell 25 Fahrzeuge bereit, informiert Raaymakers. Überwiegend handle es sich bei den großen Pick-ups um Modelle der Marke Ram, früher Dodge Ram, zum Beispiel Big-Horn und Long-Horn. „Damit alle Teilnehmenden, die beim Umzug mitfahren möchten, auch einen Platz bekommen, brauchen wir aber mindestens 42 Fahrzeuge“, sagt die 34-Jährige. Wer sich also bereit erklären würde, ein ähnliches Fahrzeug zur Verfügung zu stellen, könne sich über die Facebook- oder Instagramseite der German Roughhearts melden.