Wird Londoner Hobby-Torwart König in Uganda? | Amberg24

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Nach dem Tod von König Oyo Nyimba Kabamba Iguru Rukidi IV. könnte ein Cousin aus London seine Nachfolge antreten. (Archivbild) (Bild: Marc Hofer/AP/dpa)
Nach dem Tod von König Oyo Nyimba Kabamba Iguru Rukidi IV. könnte ein Cousin aus London seine Nachfolge antreten. (Archivbild) (Bild: Marc Hofer/AP/dpa)
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Nach dem Tod von König Oyo Nyimba Kabamba Iguru Rukidi IV. könnte ein Cousin aus London seine Nachfolge antreten. (Archivbild) (Bild: Marc Hofer/AP/dpa)

Wird Londoner Hobby-Torwart König in Uganda?

Nach dem Tod des jüngsten Königs der Welt könnte ein Amateur-Fußballer aus England als Cousin des Verstorbenen die Nachfolge antreten. Um die Kandidaten-Frage ist ein Streit entbrannt.

Der jüngste König der Welt ist tot - folgt ihm in Uganda nun ein Amateur-Fußballer aus London mit dem Spitznamen „Big G“ auf den Thron? George Desmond Kamurasi steht im Tor der South East Dons, einem der bekanntesten Amateur-Fußballteams in Großbritannien - und gilt als Cousin des mit 34 Jahren gestorbenen Königs Oyo laut der britischen BBC als aussichtsreicher Kandidat für die Thronfolge. 

Die Lage ist aber unübersichtlich. Die Nachfolge-Debatte in Uganda ist zu einer Mischung aus Staatskrise und royaler Seifenoper geraten.

Ein Fußballer, ein Fernsehmoderator oder ein ganz anderer Kandidat?

Kurz nachdem ein ugandischer Journalist nämlich über die mögliche Thron-Nachfolge des Sportlers berichtet hatte, fielen im traditionellen Tooro-Königreich im Westen Ugandas neue Namen für eine Nachfolge Oyos, der im Alter von drei Jahren auf den Thron kam und im vergangenen Jahr vom Guinness-Buch der Rekorde als jüngster König der Welt anerkannt wurde.

Das sogenannte Nachfolgekomitee - ein Rat von Vertretern des königlichen Clans - soll in Fällen unklarer Thronfolge über den neuen König entscheiden und nannte nun Prinz Edward Rukidi Kijanangoma, der nicht nur aus der königlichen Familie stammt, sondern auch ein bekannter Nachrichtensprecher ist.

Allerdings erklärte Kijanangoma nur wenige Stunden nach dieser Bekanntgabe auf der Plattform X, dass er es ablehne, den Thron von Tooro zu besteigen. „Aus Respekt vor unserem verstorbenen König und dem Wunsch, den er für unser Königreich bekundet hat, bin ich der Ansicht, dass seinen Wünschen Rechnung getragen werden muss“, schrieb er. Der Nachrichtenmoderator verwies auf eine kurz zuvor veröffentlichte Stellungnahme von Best Olimi Kemigisa Akiiki, der Mutter des verstorbenen Königs.

Mutter des verstorbenen Königs erhebt Vorwürfe

Da König Oyo bereits im Alter von drei Jahren König wurde, hatte sie eine wichtige Rolle im Königreich. In ihrer Stellungnahme erhob sie schwere Vorwürfe gegen die Vertreter des Nachfolgekomitees: Die Clan-Vertreter hätten entgegen dem letzten Willen ihres Sohnes einen Nachfolger genannt. „Sie hätten das überall machen können, doch sie entschieden zu jubeln, während mein Sohn nebenan in seinem Sarg lag“, schrieb sie.

König Oyo war unverheiratet, doch sein Premierminister Calvin Armstrong Rwomiire deutete schon kurz nach der Todesnachricht an, dass der 34 Jahre alte Monarch einen Sohn habe. In ugandischen Medien wurde berichtet, dass der Junge mittlerweile zehn Jahre alt und seine Mutter eine Lehrerin sei. Der König habe vor seinem Tod seinen Sohn als Nachfolger genannt, schrieben Mutter und Schwester des toten Königs.

König Oyo Nyimba Kabamba Iguru Rukidi IV., war Ende August an einer aggressiven Form von Krebs gestorben, am Samstag ist seine Beisetzung geplant. Die Tradition des kleinen Königreiches mit rund 800.000 Untertanen sieht eigentlich vor, dass der Name des künftigen Königs erst danach bekanntgegeben wird.

Neun Tage Trauer in Tooro

Im Tooro-Königreich mit seinen rund 800.000 Einwohnern nahe der Rwenzori-Berge herrscht derzeit eine neuntägige Trauerphase: In dieser Zeit sind nicht nur die Flaggen des Königreiches auf halbmast gesetzt, auch die königliche Trommel ist auf den Kopf gestellt und Löwenstatuen im ganzen Königreich, die die Macht des Königs symbolisieren sollen, wurden verhüllt.

Premierminister Rwomiire rief angesichts der Nennung gleich mehrerer möglicher Nachfolger zu Frieden, Zurückhaltung und Einheit im Königreich auf. „Noch bevor wir unseren König zur letzten Ruhe gebettet haben, sind bereits stark voneinander abweichende Standpunkte hinsichtlich der Nachfolge auf dem Thron von Tooro zutage getreten“, klagte er. Nun müsse der König in Würde beigesetzt werden. Die Krone sei zu bedeutend, um zum Streitobjekt zu werden.

Thron-Kandidat wird von Kollegen als „klasse Typ“ gelobt

Ob der zuerst als Kandidat für den Thron genannte Kamurasi überhaupt royale Ambitionen hat, ist unklar. Der 36 Jahre alte Torhüter, der auch an einer Schule im Londoner Stadtteil Abbey Wood als Fußballtrainer arbeitete, rief seine Landsleute auf X zur Geduld auf, als sein Name erstmals genannt wurde.

Ein ehemaliger Kollege aus dem Kollegium der Alexander McLeod Primary School bezeichnete „Big G“ als „klasse Typ“, der sehr gut mit Kindern umzugehen wusste. „Er war ein richtiges Vorbild für sie“, sagte der Lehrer im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Verheiratet mit einer „Muzungu“-Frau - einer Weißen

In Uganda waren die Reaktionen in sozialen Medien allerdings teils ablehnend - vor allem da Kamurasi nicht in Uganda lebt. Ein König in einem anderen Königreich? Nein, danke, meinten mehrere Kommentatoren. Umso mehr, als Kamurasi nicht etwa mit einer Frau aus dem königlichen Clan der Babiito oder wenigstens einer Uganderin verheiratet sei, sondern mit einer „Muzungu“-Frau, einer Weißen. Für manche Traditionalisten ein Grund der Ablehnung.

Doch womöglich sind die royalen Aussichten für „Big G“ ohnehin kein Grund zur Freude: In Tooro gibt es gleich zwei Legenden über einen Fluch, der über den Königen liege. 

Ritual soll Fluch brechen

So soll die von ihrem Vater verstümmelte und in einer Höhle eingesperrte Königstochter Nyinamwiru ihren Vater und seine Nachfolger verflucht haben - die Könige von Tooro würden jung sterben und Kinder müssten das Gewicht ihrer Krone tragen. Einer anderen Legende zufolge verurteilte ein Tooro-König seinen Sohn wegen Viehdiebstahls zum Tode und wurde daraufhin von dessen Mutter verflucht.

Der Tradition zufolge soll ein Ritual am Vorabend der Krönung eines neuen Königs diesen Fluch brechen: Am Tor des Palastes wird eine weiße Kuh geschlachtet und der künftige König muss barfuß durch das Blut laufen und versprechen, nicht das Blut seiner Angehörigen zu vergießen.

© dpa-infocom, dpa:260910-930-662324/3

 
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