Völlig überraschend kommt es nicht und doch sind neue Spekulationen über Donald Trumps Pläne für die US-Armee in Europa alarmierend. Der neue Präsident hat den Rotstift gezückt.
Die US-Militärzeitung „Stars and Stripes” berichtet von Überlegungen in der neuen US-Regierung, bis zu 20 000 Soldaten aus Europa abzuziehen. „Stars and Stripes” hat dies am Wochenende unter Berufung auf die italienische Nachrichtenagentur ANSA vermeldet.
Zudem sollen Gastgeber-Nationen künftig mehr dafür bezahlen, wenn US-Truppen in ihrem Land stationiert sind und dadurch Feinde abschrecken. Entsprechende Informationen sollen demnach bereits an die betroffenen Staaten überbracht worden sein.
Im „Stars and Stripes”-Beitrag finden sich keine Informationen, wo genau die USA vorhaben, Einheiten abzuziehen. Allerdings stellt der Text direkt Bezug zu Donald Trumps erster Amtszeit als US-Präsident her. Damals präsentierte er Pläne, nach denen alleine aus Deutschland 12 000 Soldaten abgezogen werden sollten. Unter anderem sah die Planung vor, das Zweite US-Kavallerie-Regiment aus Vilseck zu verlegen.
Zur Umsetzung kam es damals nicht, auch weil Donald Trump die Präsidentschaftswahl gegen Joe Biden verlor. Unter Biden wurden die Standorte in der Oberpfalz tendenziell gestärkt. Nun, da Trump doch seine zweite Amtszeit angetreten hat, wird sich zeigen, ob er die alten Pläne erneut aufgreift oder ob es neue Überlegungen zur Militärpräsenz in Europa gibt.
Insgesamt hat die US-Armee aktuell rund 65 000 Soldaten fest in Europa stationiert. Mit den verschiedenen sogenannten rotierenden Truppen schätzt „Stars and Stripes” die US-Truppenstärke auf rund 100 000. In der Oberpfalz sollen aktuell rund 15 000 Soldaten fest eingesetzt sein, dazu kommen auch hier Soldaten, die den rotierenden Truppen zugerechnet werden. Schon vor Trump haben die USA aber das Ziel verfolgt, sich militärisch mehr auf den Pazifikraum zu konzentrieren, wo mit China der größte Konkurrent der USA liegt.
Die Experten „bei Stars and Stripes” spekulieren nun darüber, dass insbesondere die rotierenden Truppen, die im Wechsel immer wieder an die Ostgrenze des Nato-Gebiets zur Abschreckung Russlands verlegt werden, als erste von der Kürzungen betroffen sein könnten. Hier erwarten sich die Experten im Pentagon demnach Einsparpotenziale.
Und erneut wird die Stationierung von US-Soldaten mit Beiträgen der Gastgeberländer sowie deren eigenen Verteidigungsausgaben verbunden. Demnach habe Trump beim World Ecnonomic Forum in Davos Verteidigungsausgaben von 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für jedes Nato-Land ins Spiel gebracht. Die Ausgaben Deutschlands liegen aktuell bei rund 2 Prozent. Aber auch die USA selbst würden diese Marke mit aktuell 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung für die Verteidigung deutlich verfehlen.