Stand-up-Paddling: Was auf dem Wasser zu beachten ist | Amberg24

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Ein SUP-Fahrer ist auf dem Forggensee unterwegs. (Archivbild) (Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)
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Ein SUP-Fahrer ist auf dem Forggensee unterwegs. (Archivbild) (Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Stand-up-Paddling: Was auf dem Wasser zu beachten ist

Die Zahl der Stand-up-Paddle-Boards auf den Gewässern steigt. Doch nicht überall dürfen die Freizeitsportler entlang paddeln - und das Hobby kann gefährlich werden.

Friedlich auf dem Stand-up-Paddle-Board (SUP) der Abendsonne entgegenpaddeln - davon träumen in Bayern seit Jahren immer mehr Menschen. Die Zahl der Freizeitsportler auf dem Brett nimmt auf den Seen laut dem Bayerischen Kanu-Verband konstant zu. Die SUP-Nutzer müssen aber wissen: Es gibt auch Zonen, in denen die Boards nicht gerngesehen sind - zum Beispiel aus Umweltschutz- oder Sicherheitsgründen.

„Daher ist es wichtig, dass sich die Sportler auf den Internetseiten der Gemeinden informieren, bevor sie mit ihrem Brett aufs Wasser gehen“, sagt Nicole Schubert, Ressortleiterin SUP des Bayerischen Kanu-Verbandes. Seit 2015 nehme die Zahl der SUP-Fahrer jährlich deutlich zu. „Besonders zu Corona-Zeiten gab es einen regelrechten Boom.“ 

Wichtig: Verhaltensregeln beachten

Bei den SUPs auf den Gewässern handle es sich überwiegend um aufblasbare „Bretter“ für Freizeitsportler - die Szene der Leistungssportler sei mit rund 200 Personen in Deutschland verschwindend gering, sagt Schubert. Produziert würden die Boards hauptsächlich von fünf großen chinesischen Unternehmen. 

„Wir machen den starken Zuwachs an SUP-Fahrern daran fest, dass es ein Sport ist, der sehr niedrigschwellig möglich ist“, erklärt die Expertin vom Kanu-Verband. Die Bretter für Einsteiger seien günstig und die Technik in kurzer Zeit erlernbar. Da sich die sportliche Intensität individuell steuern lasse, sei die Zielgruppe der Trendsportart bunt gemischt. „Von Senioren bis Kindern ist alles dabei“, sagt Schubert. 

Wichtig sei aber für alle gleichermaßen, die Verhaltensregeln einzuhalten. „Über die örtlichen Verbote hinaus ist es etwa verboten, auf Seen in Naturschutzgebieten zu fahren“, erklärt sie. Schilf- und Vogelschutzgebiete seien außerdem ebenso tabu wie Staustufen und andere Gefahrenstellen. Bei größeren Seen muss auf die Schifffahrt geachtet werden. 

Lebensgefahr hinter Fahrgastschiffen

Dass das nicht immer funktioniert, weiß Harald Keller, technischer Betriebsleiter der Forggenseeschifffahrt in Füssen im Allgäu. Denn im Gegensatz zur Lage auf dem Bodensee, wo es laut der Bodensee-Schiffsbetriebe keine Probleme mit SUP-Fahrern gibt, hat der Schiffskapitän regelmäßig mit den Freizeitsportlern zu kämpfen. 

„Teilweise fahren die Menschen hinter dem Schiff umher, wenn es ablegt. Das ist absolut lebensgefährlich“, erklärt Keller. Er wünscht sich, dass die Freizeitsportler sich besser mit Vorfahrtsregeln auf dem Wasser auseinandersetzen. „Fahrgast- und Linienschifffahrt haben immer absoluten Vorrang. Das muss den Menschen bewusst sein.“ 

Der Deutsche Kanu-Verband hat auf seiner Internetseite Informationen für SUP-Nutze. Er schreibt unter anderem: „Schleusen und Schifffahrtswege sind tabu! Schiffe können starke Bugwellen und einen Sog erzeugen. Zudem können große Schiffe nicht schnell bremsen oder auf Hindernisse reagieren oder übersehen dich sogar.“ Mit Blick auf Schleusen heißt es: „Nimm dein SUP aus dem Wasser und umgehe die Schleuse auf dem Landweg bis zu einem möglichen Wiedereinstieg.“

Naturerlebnis für alle da

Auch der Bund Naturschutz (BUND) wünscht sich aufgeklärte Sportler. „Solange sich alle an die Regeln halten, wollen wir die steigende Zahl an SUP-Fahrern nicht dramatisieren“, teilt ein Sprecher mit. Das Naturerlebnis solle allen Menschen möglich sein.

Weitestgehend versöhnlich stehen auch die bayerischen Fischer den SUP-Fahrern gegenüber. „Gelegentlich kommen sich Sportler und Fischer in die Quere. Aber wenn die SUP-Fahrer den Fischern und ihren Angeln genügend Raum lassen, geht alles gut“, berichtet ein Sprecher des Landesfischereiverbands Bayern. Er ist sich somit mit den Vertretern der anderen Organisationen einig: Mit gegenseitiger Rücksicht sei auf den Seen und Flüssen im Freistaat für alle genügend Platz.

© dpa-infocom, dpa:260810-930-506967/1

 
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