Du hast Probleme, aber du weißt nicht, wer dir helfen kann? Es gibt zwar Angebote, aber irgendwie ist alles verwirrend? In Amberg gibt es Safe-Space-Apotheken, die dir den Kampf der Suche abnehmen.
Du hast Stress zu Hause, fühlst dich überfordert, hast Anxiety, Panikattacken oder Fragen zu Drogen oder deiner Gesundheit – ob körperlich oder mental. Aber du hast keinen Plan, wohin du gehen sollst? Genau dafür gibt es jetzt in Amberg ein Angebot: Safe-Space-Apotheken. In Amberg sind das konkret die Email-Apotheke in der Emailfabrikstraße 12 und die dazugehörige Apotheke Auf der Wart in der Bahnhofstraße 16.
Was bedeutet das konkret? Eine Safe-Space-Apotheke ist laut Pädagogin Laura Pirke eine Anlaufstelle für Jugendliche, wo sie jederzeit hingehen können, wenn sie Rat und Hilfe brauchen. Die Apotheke stellt dann den Kontakt zum richtigen Ansprechpartner her.
Du kommst mit deinem Thema in die Apotheke. Die Angestellten vor Ort hören dir zu. Sie haben einen Katalog mit Stellen, die dir helfen können. Gemeinsam wird dann das Richtige für dich herausgesucht. „Entweder telefoniert der Angestellte oder der Angestellte gemeinsam mit dir. Zusammen werden die nächsten Schritte festgelegt”, sagt Pirke.
Wichtig: Die Apotheke behandelt die Probleme nicht, sondern hört dir erst einmal zu und schaut, wer dir helfen kann. Die Safe-Space-Apotheke ist kein Ersatz für Therapie, aber sie kann der erste Schritt sein, wenn du nicht weiterweißt. Einfach reingehen und sagen, was los ist.
Die Themen oder Probleme können alles Mögliche sein: Dir geht es körperlich oder mental nicht gut, du hast Familienprobleme, Drogen-Themen, Ängste, Panikattacken, du bist momentan einfach verwirrt, …
Das Gute: Es ist anonym, kostenlos und vor allem einfach. „Natürlich kann jeder googeln, aber das Angebot ist meistens unübersichtlich, den Jugendlichen fehlen ganz oft die Ansprechpartner“, sagt Pädagogin Laura Pirke. Bei der Safe-Space-Apotheke ist das anders. Dort ist das Personal geschult.
Entstanden ist das Projekt aus der OGZ (ourgenerationz: deutschlandweite Jugend-Bewegung, die Projekte entwickelt) heraus. „Eigentlich würden sich viele dem Arzt anvertrauen, aber einen Arzt zu erreichen ist nicht immer so einfach“, sagt Robert Winkler, Inhaber der Email-Apotheke in Amberg. Wer akut Hilfe braucht, könne nicht auf den nächsten Tag warten oder zwei Stunden im Wartezimmer oder gar mehrere Wochen auf einen Therapieplatz. Viele junge Erwachsene hätten zudem keinen Hausarzt mehr – vor allem die, die zum Studieren in die Stadt gezogen sind. Apotheken sind fast immer erreichbar, zum Beispiel Not-Apotheken im Umkreis, die auch nachts geöffnet haben.
„Man kennt das Phänomen: Sobald man die Türschwelle in die Apotheke übertritt, hat man weniger Hemmungen. Man traut sich zu sagen, was einem gerade fehlt“, sagt Laura Pirke.
Die Email-Apotheke ist in der gesamten Oberpfalz die einzige Apotheke, die sich Safe-Space-Apotheke nennt. Ziel ist es, das auszuweiten. Auch wenn sich das Angebot zunächst an junge Leute richtet: Natürlich dürfen auch Erwachsene jeden Alters Hilfe einfordern.
Wer sich nicht traut, sein Thema persönlich anzusprechen, kann sich bei der OGZ auf Instagram (ourgenerationz) melden und eine DM schreiben. Hinter dem Account sitzen Jugendliche. Zusammen wird dann der nächste Schritt besprochen. Am Ende ist niemand auf sich alleine gestellt.