Rassistischer Vorfall in Sulzbach-Rosenberg war wohl doch „nur” Körperverletzung | Amberg24

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vor 2 Tagen
Die Walter-Höllerer-Realschule in Sulzbach-Rosenberg. Hier fand der Austausch mit französischen Schülern statt, der nun wohl doch nichts mit dem angeblich rassistisch motivierten Überfall auf Schüler zu tun hat.  (Bild: Petra Hartl)
Die Walter-Höllerer-Realschule in Sulzbach-Rosenberg. Hier fand der Austausch mit französischen Schülern statt, der nun wohl doch nichts mit dem angeblich rassistisch motivierten Überfall auf Schüler zu tun hat. (Bild: Petra Hartl)
Die Walter-Höllerer-Realschule in Sulzbach-Rosenberg. Hier fand der Austausch mit französischen Schülern statt, der nun wohl doch nichts mit dem angeblich rassistisch motivierten Überfall auf Schüler zu tun hat. (Bild: Petra Hartl)
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Die Walter-Höllerer-Realschule in Sulzbach-Rosenberg. Hier fand der Austausch mit französischen Schülern statt, der nun wohl doch nichts mit dem angeblich rassistisch motivierten Überfall auf Schüler zu tun hat. (Bild: Petra Hartl)

Rassistischer Vorfall in Sulzbach-Rosenberg war wohl doch „nur” Körperverletzung

Gab es nun am 14. März in Sulzbach-Rosenberg einen rassistisch motivierten Vorfall oder nicht? Die Polizei in Sulzbach-Rosenberg hat inzwischen ermittelt und ist zu einem Ergebnis gekommen. Dabei spielt auch ein Video eine Rolle.

Wie bereits bei Oberpfalz-Medien berichtet, ist es am 14. März in Sulzbach-Rosenberg zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen Jugendlichen auf dem Allee-Fußweg oberhalb der Kita Sonnenschein gekommen. Die Sulzbach-Rosenberger Polizei hat inzwischen in dieser Sache ermittelt und ist zu einem überraschenden Ergebnis gekommen. Demnach waren zum Tatzeitpunkt dort zwar tatsächlich vier französische Austauschschüler, zwei Jungen und zwei Mädchen, mit vier Mitschülerinnen aus der Walter-Höllerer-Realschule unterwegs. Und sie trafen auch auf eine Gruppe von vier Personen, bestehend aus zwei Jungen und zwei Mädchen, die der Polizei bekannt sind und Schüler einer anderen Schule sind. Diese Gruppe war nämlich bereits zuvor in eine andere Auseinandersetzung verwickelt.

Die eigentliche Tat stellt sich dann nach der Darstellung der Polizei aber etwas anders dar, als zunächst geschildert. Auch wenn es sich nach Einschätzung der Polizei trotzdem um eine schwere Körperverletzung handelt. Danach kannte eine 14-jährige deutsche Schülerin aus der Begleitung der Austauschschüler zwei Mitglieder der anderen Gruppe und wurde gezielt von einem 15-Jährigen angegangen. Er trat ihr mehrfach gegen den Fuß, was bei dem Mädchen sogenannte „Gehfehler“ verursachte. Sie wehrte sich verbal gegen die Angriffe und schrie ihn an. Daraufhin mischte sich die ebenfalls 14-jährige Freundin des Täters ein, um ihren Freund zu verteidigen.

Polizei hat Video von der Tat

Sie packte laut Polizei die Realschülerin von hinten am Hals. Als diese weggehen wollte, zog sie die 14-Jährige zu Boden und schlug mit den Fäusten auf ihren Oberkörper ein. Nach wenigen Sekunden richtete sich die Angegriffene wieder auf und erhielt dabei einen heftigen Tritt gegen den Oberschenkel von dem 15-Jährigen, der Sicherheitsschuhe mit Stahlschutzkappe trug. Danach flüchtete die Tätergruppe ins Stadtgebiet, während eine Schulkameradin der Geschädigten die Polizei verständigte.

Das angegriffene Mädchen erlitt durch den Tritt eine mittelschwere Verletzung am Oberschenkel sowie Prellungen am Oberkörper und wurde zur medizinischen Versorgung ins Krankenhaus gebracht. Das steht laut Polizei auch so fest. Noch am Tattag ermittelte die örtliche Polizeiinspektion alle Beschuldigten und Zeugen und stellte dabei 12 Personalien fest. Am Folgetag erhielt die Polizei ein Video der Tat zugespielt. Bis auf die französischen Austauschschüler, die kurz darauf abreisten, wurden alle Beteiligten intensiv polizeilich befragt.

Kein rechtsradikaler Hintergrund

Nach Abschluss der Ermittlungen konnte eine rassistisch motivierte Tat ausgeschlossen werden. Die anwesenden Austauschschüler wurden weder beleidigt noch bedroht oder körperlich angegangen; sie beobachteten betroffen das Geschehen aus einiger Entfernung. Ein rechtsradikaler Hintergrund bei der Tätergruppe wird von der Polizei ebenfalls ausgeschlossen. Gegen die 14-Jährige und den 15-Jährigen läuft ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung.

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