Diebstahl, Beschaffung von Drogen und Körperverletzung: So lauten die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gegen einen morphinabhängigen Arzt, der in Amberg vor Gericht steht. Als er Teile der Anklage abstreitet, reagieren einige Zuschauer.
Ein Oberpfälzer Arzt steht seit Januar vor dem Amtsgericht Amberg. Ihm wird vorgeworfen, mehrfach Morphium aus mehreren bayerischen Kliniken gestohlen zu haben – teils für den Eigenkonsum. In einem besonders brisanten Fall soll er in Passau einer sterbenden Patientin statt des Schmerzmittels eine Kochsalzlösung gegeben haben.
Zeuginnen berichten von einem hohen Morphium-Verbrauch des Arztes und vermuten, dass er die Schmerzmittel nicht korrekt verabreichte. Eine Pflegekraft erzählte, wie sie den Arzt mit dem Schlüssel zum Betäubungsmittelschrank sah, obwohl es nicht seine Aufgabe war, Medikamente zu entnehmen. Der Angeklagte bestreitet diese Vorwürfe.
Während der 42-Jährige seine Medikamentenabhängigkeit eingestand und gestohlene Ampullen in Amberg zugab, fordert die Verteidigung eine Therapie anstelle einer Haftstrafe. Über ein medizinisches Gutachten zur Untersuchung der Vorwürfe gegenüber der Palliativpatientin ist noch nicht entschieden. Ein Urteil wird frühestens Ende April erwartet.