Die Region atmet auf - die Zeit der langen Umwege ist vorbei: Nahe Etzelwang ist die neue Reinbachbrücke bei Kirchenreinbach wieder für den Verkehr befahrbar. Landrat und Bürgermeister freuen sich mit den Bürgern.
Seit Mitte März 2024 liefen die Bauarbeiten auf der Kreisstraße AS 39 bei Etzelwang. Der Landkreis Amberg-Sulzbach und die Gemeinde investierten rund eine Million Euro in den Neubau der Reinbachbrücke bei Kirchenreinbach.
Die alte Brücke stammte aus den 1960er Jahren und entsprach nicht mehr den heutigen Verkehrsanforderungen. Eine Sanierung der vom TÜV festgestellten Schäden wäre aufwendig und teuer geworden, stellte das Landratsamt schon vor einiger Zeit fest, und deshalb fiel die Entscheidung für einen Ersatzneubau.
Vor Ort trafen sich mit Matthias Kolb und Philipp Biesler vom Tiefbauamt des Landkreises auch Landrat Richard Reisinger, Bürgermeister Roman Berr, Felix Ruder von der Gemeinde Neukirchen, Walter und Christof Trösch vom Amberger Ingenieurbüro Trösch, Kreisrat Winfried Franz sowie Bauleiter Gerald Lord von der Baufirma Englhard. Der Landrat freute sich, dass dieses Millionen-Projekt nun doch noch verwirklicht hatte werden können. „Das wird künftig nicht mehr so einfach, denn inzwischen explodieren bei uns die Kosten vor allem im sozialen Bereich förmlich.“ Aber auch Hochbauprojekte wie an der Berufsschule in Sulzbach-Rosenberg und ebenso der Radweg zwischen Obersdorf und Altmannshof stünden noch auf der Landkreis-Agenda.
Matthias Kolb stellte kurz das Konzept des Projektes vor. Dieses sieht eine Fahrbahnbreite von 6,50 Meter im Bereich der Brücke vor sowie eine Anpassung der Einmündungsradien der Gemeindeverbindungsstraße nach Kirchenreinbach. In der neuen Reinbachbrücke wurden insgesamt 16 Bohrpfähle à 10 Meter Länge errichtet und 100 Kubikmeter Beton verbaut. Um die Betonbauteile zu verstärken und die Tragfähigkeit zu erhöhen, wurden 30 Tonnen Bewehrungsstahl eingegossen.
Auch massive Materialbewegungen gab es: Rund 700 Kubikmeter Erdreich wurden ausgehoben sowie etwa 75 Kubikmeter Oberboden abgetragen, anschließend die Straße rund 50 Meter vor und nach der Brücke erneuert. Nächstes Jahr soll noch eine neue Asphaltdecke auf die Kreisstraße AS 39 bis nach Achtel gelegt werden, dann erfolgt auch die Markierung. Eine Besonderheit an der Baustelle erwähnte Kolb noch: Um Arbeiten am Bachbett durchführen und die Gründung mit den Widerlagern realisieren zu können, wurde der Reinbach vorübergehend provisorisch verrohrt. „Mit Abschluss der Arbeiten haben wir den Reinbach in sein ursprüngliches Flussbett zurückverlegt.“ Und Bauleiter Gerald Lord von der Firma Englhard freute sich, dass alle Arbeiten unfallfrei und pünktlich zu Ende gebracht werden konnten.
Die veranschlagten Kosten blieben laut Matthias Kolb im dafür vorgesehen Rahmen. Rund eine Million Euro teilen sich der Landkreis Amberg-Sulzbach und die Gemeinde Etzelwang, wovon der Landkreis zwei Drittel der Baukosten übernimmt und die Gemeinde ein Drittel. Fördergelder gibt es zudem von der Regierung der Oberpfalz - sie machen immerhin 70 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten aus, so dass auf die Gemeinde Etzelwang ein Eigenanteil von nur rund 123.000 Euro und auf den Landkreis von etwa 248.000 Euro entfiel.