Bald beginnt die Fußball-WM. Kanada, USA, Mexiko – wieder einmal sind die Spielorte umstritten. Politik, Klima, Menschenrechte. Was spricht für und was gegen die WM 2026?
Bis zu 17 Millionen Deutsche schauten vor 4 Jahren die WM-Deutschlandspiele. Aber ist es cool, die WM zu verfolgen? Oder eher nicht?
Zusammen auf der Couch oder gemeinsam in der Kneipe sitzen und das eigene Team anfeuern. Die WM gibt eine gute Möglichkeit, sich mal wieder zu verabreden und zusammen zu jubeln (oder zu weinen).
Die WM gibt Raum für politische Statements: Die FIFA nutzt die globale Plattform des Turniers für soziale Anliegen und startet mit drei Kampagnen. Eine davon lautet: „Vereint für Frieden”. Das soll auf den Trikotärmeln der 48 Mannschaften stehen.
Nur auf dem Sofa sitzen und Fernsehschauen? „Be Active” ist eine weitere Kampagne der FIFA: Fans werden aufgerufen, bei „Be Active”-Trainings mitzumachen.
Abschiebungen in den USA, Militarisierung in Mexiko. „Die Fußball-WM 2026 in Nordamerika findet inmitten einer akuten Menschenrechtskrise statt”, das schreibt Amnesty International. Auch Human Rights Watch sagt, das Turnier könne eine „potenzielle Menschenrechtskatastrophe” werden.
In den USA finden 75 Prozent der Spiele statt. Der amerikanische Präsident steht für brutale Abschiebungen, den Anspruch auf die Kontrolle über Grönland, Verletzung der Demokratie und Meinungsfreiheit, für Angriffe auf die Demokratie.
Trotzdem soll hier Fußball gespielt werden, ein Sport, der für Zusammenhalt stehen soll. Der Slogan „Vereint für Frieden” wirkt scheinheilig. Mit der Fußball-WM bekommt Donald Trump die mediale Aufmerksamkeit und damit die Chance, sich positiv als Held zu präsentieren.
In Mexiko sieht das ähnlich aus:
In Kanada gibt es folgende Bedenken:
Ein weiterer Minuspunkt: Die Tickets kosten teilweise mehrere tausend Euro und sind für die meisten Menschen unbezahlbar. Das heißt, der Fußball, der eigentlich alle verbinden soll, wird zum Event für Wohlhabende und Touristen.
Kann die Nationalmannschaft die WM boykottieren? Eigentlich ja, aber alle qualifizierten Teams erhalten von der FIFA rund 12,5 Millionen US-Dollar. Bei einem Boykott muss das zurückgezahlt werden. Laut der Sportschau erwartet die FIFA Rekordeinnahmen von neun Milliarden US-Dollar. Daher ist die FIFA auf das Fernbleiben von Teams vorbereitet. Rund 550.000 Euro kostet eine kurzfristige Absage. Und wohl noch schlimmer fürs Team: die FIFA kann die Mannschaft von zukünftigen Wettbewerben ausschließen.