KI-generierte Holocaust-Bilder verbreiten sich auf Social-Media | Amberg24

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Die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg warnt vor Holocaust-Bildern, die mit Hilfe von KI erstellt wurden und sich auf Social-Media verbreiten.  (Archivbild: Armin Weigel/dpa)
Die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg warnt vor Holocaust-Bildern, die mit Hilfe von KI erstellt wurden und sich auf Social-Media verbreiten. (Archivbild: Armin Weigel/dpa)
Die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg warnt vor Holocaust-Bildern, die mit Hilfe von KI erstellt wurden und sich auf Social-Media verbreiten. (Archivbild: Armin Weigel/dpa)
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Die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg warnt vor Holocaust-Bildern, die mit Hilfe von KI erstellt wurden und sich auf Social-Media verbreiten. (Archivbild: Armin Weigel/dpa)

KI-generierte Holocaust-Bilder verbreiten sich auf Social-Media

Auf Instagram, Tiktok und Facebook kursieren gefälschte Bilder vom Holocaust – erschaffen durch KI. Die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg findet diesen Trend gefährlich.

Im Internet tauchen im Zusammenhang mit dem Holocaust immer häufiger Fotos auf, die mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt wurden. „Faktisch stellen die KI-Bilder Ereignisse dar, die nicht passiert sind“, sagt Johannes Lauer, Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Durch die KI-Bilder werde die Geschichte verzerrt.

Die KI-Bilder sind auf Instagram, Tiktok und Facebook zu finden und sollen offensichtlich den Eindruck erwecken, dass sie in erster Linie in den Konzentrationslagern aufgenommen wurden. Eines der „bekannten“ KI-Bilder zeigt zum Beispiel einen abgemagerten Mann mit traurigem Blick, der im Konzentrationslager Auschwitz Geige spielt.

Gefälschte Inhalte aus Flossenbürg

Auf einem der gefälschten Fotos aus Flossenbürg sieht man einen abgemagerten, leicht bekleideten Mann. Rechts und links sieht man weitere angebliche Gefangene. Im Hintergrund erkennt man Männer in Uniformen, die womöglich Mitglieder der Schutzstaffel (SS) darstellen sollen. Zudem ist ein Stacheldrahtzaun auf beiden Seiten erkennbar. Die Überschrift lautet: „Flossenbürg Konzentrationslager – Deutschland, 1945.“

Es gibt aber auch KI-Bilder, die Krankenschwestern zeigen, die angeblich verletzte Gefangene in Flossenbürg pflegen, oder Fotos von Männern, die an einem Waschbecken ihr Gesicht waschen.

Perfekt unperfekt

Das Auffällige an fast allen KI-Bildern ist, dass sie nahezu „perfekt unperfekt“ sind. Die Personen, die dargestellt werden, sind zwar dünn, dennoch sind ihre Gesichter „glattgebügelt“. Das bedeutet, dass kaum Dreck, Unreinheiten noch Verletzungen zu sehen sind. Auch sitzen die Haare perfekt und die Kleidung ist nur leicht beschädigt.

Echte Fotos, die damals aufgenommen wurden, hätten aber eher Knicke und seien dunkel, teilweise unscharf, erklärt Lauer.

Was ist aber, wenn wir in fünf oder zehn Jahren die echten, historischen Bildern nicht mehr von Fake-Bildern unterscheiden können? Dann, so sagt Lauer, bestehe die Gefahr, dass immer mehr Menschen den Holocaust leugnen, weil die Echtheit aller Fotos infrage gestellt werde.

Offener Brief an Plattformbetreiber

Was alle KI-generierten Holocaust-Bilder ausmacht, ist, dass sie mit den Gefühlen des Betrachters spielen. „Sie rufen irgendeine Form von Emotion hervor“, sagt Lauer. Das Ziel sei, hohe Klickzahlen zu generieren und damit Geld zu machen.

Um gegen die gefälschten Bilder vorzugehen, haben viele Gedenkstätten in Deutschland einen offenen Brief unterzeichnet. Das Ziel ist es, dass die Plattformbetreiber gegen die KI-Inhalte vorgehen und die KI-Bilder auch wirklich als KI-Bilder kennzeichnen. Und: Es soll mit den Fake-Fotos kein Geld mehr gemacht werden dürfen.

 
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